Wenn wir in Europa durch unseren Alltag gehen, ist uns oft gar nicht bewusst, wie tief der Orient in unserer eigenen Identität verwurzelt ist. Das fängt schon bei unseren Vornamen an. Namen wie Jasmin, Sarah, Lea, Hannah, Lina, Nina oder Selina klingen für uns durch und durch europäisch, doch ihre Wurzeln reichen tief in den persischen, arabischen oder hebräischen Sprachraum. Meine eigene Tochter heißt Maya. Lange dachte ich an Mittelamerika, doch tatsächlich ist Maya ein Name, der in vier Kulturen gleichzeitig existiert: Er bedeutet Lebensquelle auf Hebräisch, Prinzessin auf Arabisch, Zauber im Persischen und Schöpfungskraft im Sanskrit. Ein faszinierender, globaler Bedeutungsmix.

Ich mag diese Kultur. Ich schätze die Poesie, die Teppiche, die Basare, die Farben und die Geschichten von Aladin und der Wunderlampe. Europa hat über Jahrhunderte von dieser Ästhetik profitiert. Doch hier muss man intellektuell ehrlich sein und einen klaren Strich ziehen: Die Wertschätzung für eine Kulturströmung, für Menschen und ihre Traditionen bedeutet nicht, dass man blind gegenüber realen, importierten Problemen sein muss. Ich will hier schlichtweg keine Messerstecher, keinen Gottesstaat und keine Scharia, die in unseren säkularen Alltag eingreift.

Die aktuelle Problemgruppe: Man muss Ross und Reiter nennen

Wer heute benennt, dass sich Probleme in bestimmten Bereichen häufen, und zwar nicht bei Asiaten, nicht bei Russen, nicht bei Eskimos, sondern bei jungen Männern aus dem Nahen Osten, der sieht sich blitzschnell einem Tribunal gegenüber. Aus Angst vor dem Vorwurf, man pauschalisiere, wird oft geschwiegen. Doch man muss Ross und Reiter nennen dürfen. Das ist kein Rassismus, sondern die Feststellung einer demografischen und statistischen Realität.

Warum ist das so? Ein Blick auf die Zahlen und die Struktur der Migration hilft. Die asiatische Migration nach Deutschland erstreckte sich über Jahrzehnte. Vietnamesen, Chinesen, Inder, sie kamen oft über das Studium, Verträge oder geregelten Familiennachzug. Es entstanden kleine, sozial stabile und bildungsorientierte Milieus. Ebenso verhält es sich mit der starken türkischen Community. Ich sage nicht, dass es dort gar keine Probleme gibt, aber die türkische Herkunft hat hier historisch selten für derartige Auswüchse gesorgt. Der Grund? Die große türkische Migration (die damaligen Gastarbeiter) ist über 60 Jahre alt. Sie war arbeitsbezogen. Es entstanden über drei Generationen hinweg stabile Arbeitsbiografien und starke familiäre Strukturen mit klaren internen Regeln.

Was wir seit 2015 bis dato erleben, ist fundamental anders. Es begann als eine krisen- und fluchtbedingte Migration aus Regionen des Bürgerkriegs und des Staatszerfalls, wie Syrien, Irak oder Afghanistan. Doch die Dynamik hat sich längst verändert. Heute wirken zunehmend strukturelle Anreize: Deutschland fungiert mit seinem massiv ausgebauten Sozialsystem faktisch als Lockvogel. Wenn es finanzielle Unterstützung ohne strikte Gegenleistung oder die sofortige Pflicht zur Arbeitsmarktintegration gibt, sendet das fatale Fehlanreize.

Zu uns kamen und kommen so in kürzester Zeit hunderttausende Menschen, darunter ein massiver Überschuss an jungen Männern ohne Bindung und Struktur. Wenn Integration bei einer solchen Masse, gepaart mit falschen sozialpolitischen Signalen, nicht Schritt hält, entstehen Parallelmilieus. Konflikte und Gewalt werden sichtbarer. Das ist keine Frage der "bösen Herkunft", sondern die logische soziologische Konsequenz aus einem überforderten System, das Geld verteilt, aber keine klaren Regeln einfordert.

Trauma ist eine Erklärung, keine Entschuldigung

Immer wieder wird das unbestrittene Leid und das Kriegstrauma dieser Menschen als Begründung für Verhaltensauffälligkeiten herangezogen. Der Kontext mag eine Erklärung sein, aber er spielt als Entschuldigung überhaupt keine Rolle. Ein Trauma entschuldigt kein respektloses, lautes oder übergriffiges Verhalten.

Deutschland ist nicht die Sozial- und Psychotherapiestation des Planeten. Wir haben eigene Lasten. Die Deutschen haben selbst ein unfassbares, generationenübergreifendes Trauma durchgemacht. Bombennächte, Flucht, Zerstörung, Vertreibung, Hunger und der totale Verlust der Heimat. Das Trauma war vielleicht ein anderes, aber das Ausmaß an Leid war gigantisch. Doch dieses Trauma war für die Trümmergeneration kein Freifahrtschein, sich daneben zu benehmen, zivilisatorische Regeln über Bord zu werfen oder andere zu schädigen. Man fügte sich ein, man riss sich zusammen, man baute etwas auf. Respekt und Benimm sind Pflicht, für alle.

Falsche Toleranz und einseitige Rücksicht: Die schleichende Entfremdung

Problematisch wird es, wenn unsere eigenen Institutionen aus einer völlig missverstandenen Toleranz heraus anfangen, die einheimische Bevölkerung in die Pflicht zu nehmen. Das ist keine schleichende islamische Übernahme, sondern die Übervorsicht und Feigheit deutscher Institutionen.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Meine 8-jährige Nichte geht in Hamburg zur Schule und musste sich kürzlich von einer aufgebrachten muslimischen Mutter maßregeln lassen, weil sie ein paar Stücke MAOAM (die Gelatine enthalten) mitgebracht hatte. Es kann nicht sein, dass einheimische Kinder eingeschränkt, ermahnt oder kritisiert werden, nur weil andere Familien eigene religiöse Speisegesetze haben. Wenn Schulen oder Kitas vorauseilend fordern, kein Schweinefleisch mehr mitzubringen oder aus "Rücksicht" im Ramadan bestimmte Dinge zu unterlassen, dann verletzt diese Angst, bloß niemanden auf die Füße zu treten, letztlich unsere eigenen Kinder. Integration bedeutet, dass Ankommende sich einfügen, nicht, dass sich das Gastland anpasst.

Rücksichtslosigkeit im Alltag: Der Strand und das „Warum?“

Ein anderes Beispiel zeigt die mangelnde soziale Antenne und Ignoranz gegenüber dem Aufnahmeland. Ein sommerlich voller Ostseestrand, an dem die Menschen einfach die natürliche Geräuschkulisse, Wind und Wellen genießen. Eine Gruppe aus dem nahöstlichen Raum taucht auf, baut sich auf, platziert eine übergroße Musikbox und beschallt den halben Strand lautstark mit orientalischer Musik. Als meine Schwester nach 30 Sekunden höflich rübergeht und bittet, die Musik doch auszuschalten, mit dem absolut logischen Hinweis, dass am restlichen Strand ja auch niemand seine eigene Musik aufdrehe, erntete sie von einer fast vollständig verschleierten Frau nur ein zynisches, schnippisches: „Warum?“. Das hat nichts mit orientalischer Kultur zu tun. Das ist pure Egozentrik und asoziales Revierverhalten. Ein "Warum?", das ausdrückt: Mich interessieren eure Regeln hier nicht.

Die Rüstung der Empörung: „Nazi, Rassist, Extremist“

Das Traurigste an dieser gesamten Dynamik ist, wie unsere Gesellschaft auf solche Beobachtungen reagiert. Wer diese realen Vorkommnisse schildert, wer Respekt, Ordnung, Säkularität und zivilisatorische Basisregeln einfordert, dem wird heute von gewissen Leuten sofort an den Kopf geworfen, er sei ein Rassist, Nazi, Menschenverachter oder ein Extremist, den man „mit allen Mitteln bekämpfen“ müsse. Das ist nicht nur eine völlige Entwertung dieser historischen Begriffe, es ist ein moralischer Totschläger, um echte Debatten zu verhindern. Es ist kein Rassismus, Fehlverhalten zu kritisieren. Wer Säkularität und Ruhe am Strand verteidigt, der kritisiert das Verhalten, nicht den Menschen an sich.

Die wahren Racker: Warum das Verhalten der einzige Maßstab ist

Warum es so falsch und dumm ist, Menschengruppen überhaupt zu pauschalisieren, lässt sich oft direkt vor der eigenen Haustür beobachten. Seit einigen Tagen arbeitet eine Tiefbaufirma bei mir im Viertel und verlegt Glasfaserkabel. Ein kleiner Trupp, bestehend aus vier Männern nahöstlicher Herkunft. Und was soll ich sagen: Das sind echte Racker! Die packen an, die schaffen etwas, und wenn es 20 Uhr oder später wird, dann wird eben fleißig weitergearbeitet. Große Klasse, was diese vier leisten.

Genau da liegt der Unterschied. Diese Männer sind der lebende Beweis dafür, dass die Herkunft nicht das Geringste über den Charakter aussagt. Es sind Individuen, und genau als solche sollten wir uns begegnen.

Am Ende ist die Botschaft simpel: Schlechtes Verhalten ist und bleibt scheiß Verhalten, egal ob am Strand, auf dem Schulhof oder auf der Straße. Mangelnder Respekt muss klare Konsequenzen haben, Herkunft hin oder her. Ein fleißiges, respektvolles und leistungsorientiertes Verhalten, wie das der vier Bauarbeiter, verdient hingegen volle Anerkennung und Wertschätzung. Deutschland kann und wird Menschen eine Heimat bieten. Aber die Bedingung dafür lautet nicht blinde Unterwerfung der Aufnahmegesellschaft, sondern Respekt vor den Regeln des Hauses.