Wer im Netz unbequem wird, macht sich zur Zielscheibe. Diese Erfahrung musste ich machen, als vor einiger Zeit ein massiver technischer Angriff auf meine Systeme stattfand. Das Timing war gelinde gesagt auffällig. Es passierte genau in der Zeit, als ich anfing, mit meiner Aufklärungsarbeit kontinuierlich aktiv und politisch präsenter zu sein.

Mein erster Gedanke war naheliegend, denn in der Politik existieren oft keine Zufälle: Das ist staatliche Zermürbungstaktik.

Als ich den Vorfall bei der Staatsanwaltschaft anzeigte, passierte das, was so oft passiert. Irgendwann lag ein Brief im Kasten: Die Ermittlungen wurden eingestellt, da kein Täter ermittelt werden konnte. Ich war nicht einmal wütend. Meine Reaktion war eher: Ach, sieh mal einer an, na sowas aber auch, wer hätte das gedacht. Es bestätigte für mich schlichtweg das, was ich ohnehin schon vermutet hatte. Mein Vorwurf damals war klar und deutlich: Ihr hättet doch nur beim Provider, also bei Vodafone, klingeln müssen! IP Adresse abfragen, MAC Adresse abfragen, Logins prüfen. So schwer kann das doch nicht sein, wenn man wirklich ermitteln will.

Ich dachte, sie decken entweder ihre eigenen Leute oder machen schlichtweg ihren Job nicht.

Heute, nach vielen intensiven Recherchen und technischen Einblicken, muss ich sagen: An diesem speziellen Punkt habe ich der Staatsanwaltschaft Unrecht getan. Ich habe etwas Wichtiges über die reale Netzmechanik gelernt.

Die Vorstellung, man könne sich von einer IP Adresse, selbst wenn sie aus Timbuktu, Rumänien oder einem völlig anderen Ort stammt, einfach bis zum Ursprung durchhangeln, ist ein reiner Hollywood Mythos. Wenn Cyberkriminelle angreifen, nutzen sie Botnetze, gekaperte Router ahnungsloser Privatleute, verschleierte Verbindungen und gehackte Sessions. Wenn die Staatsanwaltschaft bei Vodafone nachfragt, sieht Vodafone nur die allerletzte Station dieser Kette. Es ist der letzte unwissende Knotenpunkt. Was davor geschah, ist unsichtbar. Dass die Staatsanwaltschaft niemanden finden konnte, war also keine böse Absicht oder direkte Vertuschung bei der Abfrage, sondern eine schlichte technische Sackgasse.

Doch genau hier setzen viele KI Systeme und staatliche Beschwichtiger an. Mir wird oft eingeredet, dass es sich aufgrund dieser technischen Spuren folglich nur um gewöhnliche Kriminelle handeln kann. Wenn man den Verdacht äußert, dass staatliche Operationen tief ins kriminelle Milieu ausgelagert werden könnten, wird das sofort als reines Kino abgetan.

Aber das ist naiv. Kunst entsteht niemals im luftleeren Raum. Jeder Filmemacher, jeder Musiker und jeder Autor, der solche Strukturen in seinen Werken aufzeigt, transportiert eine reale Botschaft. Thriller über Geheimdienste und verdeckte Netzwerke basieren auf echten Machtstrukturen und Abgründen. Die Geschichte hat uns oft genug gezeigt, dass die Realität die Fiktion noch übertrifft. Wenn man das als reine Fantasie abtut, macht man es sich zu einfach.

Wenn ein Staat heute unbequeme Personen angreifen oder zermürben will und dabei zwingend unsichtbar bleiben muss, dann führt er solche Aktionen nicht offen mit dem eigenen Briefkopf durch. Der Auftrag wird delegiert. Ein Job wird durch dunkle Kanäle, Mittelsmänner oder vorgeschobene Organisationen immer weiter nach unten gereicht. Er wird so lange in den Untergrund verschoben, bis am Ende tatsächlich irgendein primitives Botnetz oder eine kriminelle Gruppierung die Drecksarbeit übernimmt.

An der Oberfläche sieht es dann logischerweise aus wie ein gewöhnlicher Hackerangriff. Das ist genau der Sinn der Sache. Die technischen Spuren verlaufen im Sand und der ursprüngliche Auftraggeber bleibt völlig unsichtbar. Die Verschleierung ist dann perfekt.

Deshalb ändert meine neue technische Erkenntnis über Botnetze und Provider meine Haltung gegenüber dem Staat auch kein Stück. Ich weiß jetzt, warum der direkte Ermittlungsweg über Vodafone ins Nichts führt. Aber die Intransparenz macht sich nicht von allein. Das systemische Misstrauen ist dem Staat gegenüber völlig berechtigt, weil er die Mittel, die Macht und die Werkzeuge besitzt, Jobs unbemerkt in den finstersten Untergrund zu verlagern. Mein Misstrauen ist durch dieses tiefere Wissen über die Architektur des Netzes und die Methoden der Verschleierung nicht kleiner geworden. Es hat sich nur der Realität angepasst und ist dadurch noch geschärfter.