Es ist schon erstaunlich, wer sich momentan alles berufen fühlt, dem Land die Welt zu erklären. Da ist zum Beispiel ein Wolfgang Kubicki, der als routiniertes Fähnchen im Wind immer noch predigt, es gebe keine Zusammenarbeit mit der AfD, während seine eigene Partei ums politische Überleben rudert. Da ist ein Bill Kaulitz, der aus seiner mondänen Hollywood-Blase heraus philosophiert, wie beunruhigend er die Lage in seiner alten Heimat doch finde. Und dann kommt noch ein Bastian Pastewka daher und wirft lässig ein, die AfD hätte doch gar keine Lösungen anzubieten. Ach was.
Was diese Herren und unzählige andere aus Politik und Showbusiness gemeinsam haben? Sie verlassen ihre Komfortzone nicht einen Millimeter. Sie stehen sicher und warm am Rand, klauben ein paar Kieselsteinchen vom Boden auf und werfen sie hier und da mal gegen ihr Feindbild. Das sieht vielleicht für den Moment nach Haltung aus, kratzt aber nicht einmal an der Oberfläche des eigentlichen Problems.
Diese Blasen-Bewohner übersehen die banalste aller Wahrheiten: Die AfD wächst nicht, weil sie ein Sammelbecken genialer politischer Konzepte ist. Die Menschen in diesem Land sind nicht dumm und auch nicht über Nacht kollektiv radikalisiert worden. Sie sind schlichtweg oft desillusioniert. Sie sehen jeden Tag, was die etablierten Parteien für eine Politik betreiben.
Da stellt sich doch mal eine ganz simple Frage: War die AfD schon mal in der Bundesregierung? Hat die AfD die aktuellen Krisen bei Energie, Migration, Infrastruktur oder Wirtschaft zu verantworten? Nein. Die deutsche Politik der altgedienten Parteien ist es, die die AfD überhaupt erst groß und stark macht. Ein politisches Vakuum wird immer gefüllt und wer die realen Sorgen der Bürger ignoriert, braucht sich über die Konsequenzen nicht zu wundern.
Statt Ursachenforschung zu betreiben, verlegt man sich in den elitären Zirkeln lieber auf apokalyptische Warnungen: "Bloß nicht die AfD, dann wird alles noch viel schlimmer!" Und dann folgt unweigerlich der absolute Klassiker der Promi-Phrasen: "Wenn die AfD an die Macht kommt, verlasse ich das Land." An dieser Stelle kann man eigentlich nur noch lachen und rufen: Na, hoffentlich halten die dann auch ihr Wort!
Man muss es klar benennen: Diese Leute sitzen in ihren Talkshows und posten ihre Statements, weil sie nur hier sind, um zu gefallen. Sie bewegen sich stets nur mit Erlaubnis, immer darauf bedacht, den politisch korrekten Beifall aus ihrer eigenen Bubble zu ernten. Was mich betrifft: Ich bin nicht hier, um zu gefallen. Ich bewege mich mit Absicht, nicht mit Erlaubnis.
Und wer die Realität mit Absicht betrachtet, sieht sofort, warum die panische Dauer-Empörung der Erlaubnis-Sucher das falsche Werkzeug ist. Denn durch diese ständige Hysterie wertet die politische und mediale Elite die AfD jeden Tag aufs Neue auf. Statt souverän zu agieren, vergessen sie eine einfache, unumstößliche Lebensweisheit: Wer sich neben jemand anderem klein macht, macht den anderen eben groß.