Ein Staat ist kein reiner Selbstzweck, sondern ein riesiges, komplexes Unternehmen. Unsere Steuern und Abgaben sind das Eigenkapital, wir Bürger sind die Anteilseigner. Die Regierung? Das ist die Geschäftsführung. Doch statt das Land durch die schwerste Wirtschaftskrise der jüngeren Geschichte zu manövrieren, liefert das scheinbare Top-Management vor allem eines: teure PR-Shows bei vollen Bezügen.
Wenn ein Großunternehmen auf die Insolvenz zusteuert, gibt es keinen Platz mehr für Ideologie, Eitelkeiten oder Schönwetter-Rhetorik. Dann muss der Sanierer ran. Zahlen müssen auf den Tisch, defizitäre Posten gestrichen und der Kernbetrieb gerettet werden. Wenn das Geld ausgeht, handelt man. Punkt.
Doch was macht die politische Führungsebene in Deutschland? Sie lächelt in Kameras, hält weichgespülte Reden auf internationalen Parketts und weigert sich beharrlich, die Realität anzuerkennen.
Vorsätzliche Ignoranz statt fehlendem Wissen
Das Schlimmste daran: Es ist keine Dummheit oder Ahnungslosigkeit. Die Ministerien sind voll von hochqualifizierten Experten, Ökonomen und Beratern. Regelmäßig legen sie der Regierung Machbarkeitsstudien, Rechnungen und Ausarbeitungen auf den Tisch, die schonungslos zeigen, was jetzt getan werden müsste. Doch diese Gutachten wandern in die Schublade. Wissend. Absichtlich. Vorsätzlich.
Warum? Weil harte, notwendige Entscheidungen Wählerstimmen kosten könnten. Die Angst vor der nächsten schlechten Schlagzeile oder dem Verlust der Macht ist größer als der Wille, das Land zu stabilisieren. Anstatt wie echte Geschäftsführer das Richtige zu tun, auch wenn es wehtut, betreibt man Insolvenzverschleppung durch Inkompetenz und Symbolpolitik.
Wasser predigen, Wein trinken: Der zynische Tritt nach unten
Wie absurd und menschenfern diese politische Kaste agiert, zeigt sich in den aktuellen Debatten. Wenn Politiker wie Markus Söder sich hinstellen und fordern, beim Bürgergeld den Rotstift anzusetzen, offenbart das die ganze moralische Schieflage. Da stellen sich Leute vor die Mikrofone, die sich selbst maßlos am Steuertopf bedienen, mit Gehältern weit über 10.000 Euro, steuerfreien Pauschalen, Dienstwagen und horrenden Pensionen.
Und wer soll dafür bluten? Die Ärmsten im Land. Wir reden hier von Aufstockern, EU-Rentnern und Bürgergeld-Beziehern, bei denen das Geld schon jetzt hinten und vorne nicht reicht. Warme Winterkleidung, vernünftiges Essen oder auch nur ein kleines Weihnachtsgeschenk für die Kinder sind für diese Menschen doch heute schon absoluter Luxus und schlichtweg unbezahlbar. Da ist nichts mehr, was man wegkürzen könnte. Und genau diesen Leuten, denen das Wasser jetzt schon bis zum Hals steht, wollen diese Hochverdiener der Politik noch tiefer in die Tasche greifen, um ihre eigenen gigantischen Haushaltslöcher zu stopfen? Das ist kein Sparen. Das ist ein schäbiger Tritt nach unten, während man selbst auf keinerlei Privilegien verzichtet.
Die große Show: Rentenreform feiern, während die Basis blutet
Genau in diese Heuchelei reiht sich auch die aktuelle Rentenpolitik ein. Die Verantwortlichen feiern sich und ihre kosmetische Rentenreform, als hätten sie soeben Einstein mit der Quantenphysik verbunden. Doch während in den Ministerien die Sektkorken knallen, sieht die Realität der Menschen völlig anders aus: Zeitgleich und klammheimlich werden die Krankenkassenleistungen zusammengestrichen und Eigenanteile erhöht. Die Zusatzbeiträge steigen, Steuern und Abgaben werden nach oben geschraubt, und parallel wird der völlig ineffiziente Staatsapparat weiter aufgeblasen. Es ist purer Zynismus: Man verteilt auf der einen Seite Brosamen, um sich dafür zu rühmen, und greift den Leuten auf der anderen Seite doppelt so tief in die Taschen.
Das Milliarden-Potenzial: Was passiert, wenn man Ideologie durch Pragmatismus ersetzt?
Rechnen wir es grob durch. Was würde passieren, wenn wir aufhören würden, von der eigenen Bevölkerung ständigen Verzicht zu fordern, und stattdessen anfangen, wie Unternehmer weitreichende Hebel in Bewegung zu setzen? Die folgenden Zahlen sind Näherungswerte, aber sie bilden die harten wirtschaftlichen Hebel ab, die sofort wirken würden:
Pragmatische Energiepolitik (22 bis 37 Milliarden Euro/Jahr): Wenn wir Energie wieder dort kaufen, wo sie für unsere Industrie wettbewerbsfähig und bezahlbar ist, anstatt Rohstoffpolitik als moralische Sanktionswaffe zu missbrauchen, beenden wir die Deindustrialisierung. Die Folge: Die Produktion steigt, Unternehmen investieren wieder im Inland, und der Staat spart Milliarden an Energie-Subventionen.
Radikaler Bürokratieabbau (20 bis 38 Milliarden Euro/Jahr): Halbiert man Genehmigungsverfahren und irre Dokumentationspflichten, spart das den Unternehmen massive Kosten und beflügelt das Wirtschaftswachstum. Parallel verschlanken wir den wuchernden Verwaltungsapparat.
Steuerentlastungen, die Wachstum schaffen (10 bis 20 Milliarden Euro/Jahr): Wer die Belastung senkt, kurbelt Investitionen und Konsum an. Die paradoxe, aber erwiesene Folge: Die Steuereinnahmen steigen durch die wiederbelebte Wirtschaftsdynamik.
Konsequente Anwendung des Asylrechts (20 bis 30 Milliarden Euro/Jahr): Wenn irreguläre Migration gestoppt und bestehendes Recht bei Asyl-Ablehnungen und kriminellen Intensivtätern kompromisslos durchgesetzt wird, sinken die gigantischen Sozial-, Unterbringungs- und Verwaltungskosten der Kommunen sofort drastisch. Das hat nichts mit Hass zu tun, sondern mit der schlichten Überlebensfähigkeit der Solidargemeinschaft.
Summa summarum sprechen wir hier über ein Potenzial von 72 bis 125 Milliarden Euro pro Jahr. Geld, das ins Land fließen und im Land bleiben könnte. Geld für marode Brücken, Schulen, Krankenhäuser, echte Renten und bezahlbare Lebenshaltungskosten.
Wer nicht führen kann, muss gehen
Natürlich muss über so einen harten Kurswechsel vernünftig und transparent geredet werden, gerade auch mit internationalen Partnern, genau wie bei jeder echten Unternehmenssanierung. Kommunikation ist hier die Lösung. Niemand wird einem den Kopf abreißen, wenn man ehrlich ist, statt andere vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Doch für exakt diese schwere Aufgabe zahlen wir der politischen Führungsriege ihr Geld. Dieses Geld ist ihr Schmerzensgeld dafür, die Hitze auszuhalten, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und im Zweifel der Buhmann zu sein. Wer dazu nicht bereit ist, wer nur geliebt werden will und Angst vor Gegenwind hat, der ist seine maßlosen Bezüge nicht wert und hat das Prinzip von Verantwortung nicht verstanden.
Die Schonzeit ist vorbei. Wer den Job in der Krise nicht ausfüllen kann oder will, muss den Platz räumen. Wir haben keine Zeit mehr für nette Darsteller. Wir brauchen Macher.